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Der Besuch einer alten Burg hat immer etwas mystisches und erinnert uns an die Märchenwelt unserer Kindheit. Wer sich in einer Burg aufhält und sie durchschreitet, entdeckt viele kleine Ecken, faszinierende alte Dinge, große Säle und einen Hauch von Märchenwelt. Lange Treppen müssen hinaufgestiegen werden, um einen wunderbaren Ausblick genießen zu können und wir fühlen uns zurückversetzt in eine zauberhafte Zeit der Prinzen und Prinzessinnen, der Ritter und Reiter aber auch in die dunkle Zeit der Hexenverbrennungen im Mittelalter. Wir können uns vorstellen, wie Burgfräulein jahrelang auf die Rückkehr ihrer Ritter gewartet haben, stickend neben dem Feuer des Kamins oder wie sie von Feinden erobert wurde, nach wochenlanger Besetzung. Der Besuch einer Burg regt uns an für Abenteuer im Kopf und mit ziemlicher Sicherheit war das damals eine sehr abenteuerliche Zeit.
Die Ruine Ringelstein liegt zwischen Paderborn und dem Sauerland. Hoch über dem Almetal schaut die sie von einem Bergkamm herab auf das Dorf Harth. 1383 wurde erstmals urkundlich die Planung einer Burgerrichtung erwähnt. Allerdings ist unklar, ob es sich wirklich um einen Neubau handelte. Es könnte auch ein Wiederaufbau gewesen sein, da ältere Urkunden erwähnen, dass an diesem Ort ein Jagdhaus des Edelherren zu Büren gestanden hat. Es kann also davon ausgegangen werden, dass schon vorher eine Burganlage an diesem Ort gestanden hat.

Eine Ruine mit langer Geschichte
Die Burg wurde vom Edelherren zu Büren gebaut. In den Jahren und Jahrzehnten danach wechselte sie mehrmals den Besitzer. Sie gehörte dem Geschlecht der Davensberger, der Familie Scharfenberg und dem Erzbischof zu Köln, bevor sie 1399 wieder in den Besitz der von Büren einging. Die Edelherren von Büren unterstanden dem Hessener Landgrafen, deshalb ging die Anlage 1458 als Lehen an ihn. 1661 starb die Familie von Büren aus und Ringelstein wurde vom Jesuitenorden übernommen. Nachdem sie später dem Bischof und ab Beginn des 19. Jahrhunderts dem Staat Preußen gehört hatte, ist die Burg abgebrannt. Sie wurde erst im 19. Jahrhundert wieder errichtet.
Der Keller wurde erst vor einigen Jahren wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er diente in der Zeit des 30-jährigen Krieges als Hexengefängnis. Die Burg Ringelstein diente als Ort der Hexenverbrennung, davon zeugen Folterinstrumente, die nach der Freilegung im Keller gefunden wurden.
Seit dem Winter 2005 finden am Burggelände zahlreiche Grabungen und Sanierungen statt, die bis heute andauern. Es wurden Gewölbe und unterirdische Gänge freigelegt, ebenso ein Wehrturm, der ursprünglich 20 Meter hoch gewesen ist. Durch die Grabungen wurde das imposante Ausmaß der Anlage sichtbar.
Peter Salmen, der Projektleiter der Ruine Ringelstein führt nach Absprache Führungen und Besichtigungen mit Gruppen durch. Er weiß eine Menge über den Hexenkeller und die Burgruine zu berichten. Termine für öffentliche Führungen können der Webseite der Stadt Büren entnommen werden.

Soziales Projekt auf herrschaftlichem Boden
Heute ist die Burg zu neuem Leben erwacht. Seit 2007 findet dort eine Arbeitsmaßnahme statt. Diese wird vom Caritasverband Paderborn, vom Jobcenter Paderborn, von der Stadt Büren und von Leader-Neu in Kooperation organisiert. Ziel ist das Angebot für Menschen mit Abhängigkeitserkrankung. Vorrangig sollen substituierte Drogenkonsumenten, die ALG-II beziehen, unterstützt werden. Arbeitslose und suchtkranke Menschen werden unterstützt, um den Weg zurück in die Arbeitstätigkeit zu finden. Dabei sind jeweils 14 Teilnehmer als Grabungshelfer tätig. Die Unterstützung erstreckt sich über einen Zeitraum von 2 Jahren. Die Mitarbeiter können ihre Leistungsfähigkeit erproben und steigern und bekommen außerdem psychosoziale Begleitung von fachlich qualifizierten Mitarbeitern der Drogenberatung, sowie fachliche Anleitung.
Am Ende der Maßnahme wird mit den Teilnehmern eine im Rahmen einer arbeitsweltorientierten Qualifizierung realistische, berufliche Perspektive erarbeitet. Dieses Arbeitsprojekt unter dem Namen „Arbeit als Lebenshilfe“ ist äußerst erfolgreich und inzwischen bereits ein Vorzeigeprojekt geworden.
Ebenfalls erwähnenswert ist die Beweidung des Burghanges seit dem Jahr 2008. Um den Ausblick auf die Burgruine freizuhalten, hat man alte Ziegen- und Schafrassen dort angesiedelt.
Die Ruine ist allemal einen Besuch wert und ideal für einen Familienausflug. Kinder und Erwachsene sind gleichermaßen fasziniert über Geschichten aus einer dunklen Zeit. Für Kinder gibt es Ziegen und Schafe zu beobachten und der Ausblick von Ringelstein über das Almetal ist mehr als nur wunderschön.

Adresse & Kontakt

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Burgruine Ringelstein

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